Deutsche Geschichte und römisches Flair – Familientreffen in Aschaffenburg

An einem wunderschönen Samstagmorgen im Herbst 2018 trifft sich unsere Familie (wir 4, meine Eltern, meine Schwester und ihre Kinder) in Aschaffenburg – das liegt genau in der Mitte zwischen unseren Wohnorten.

Ich muß zugeben, dass ich schon tausende Male auf der A3 an Aschaffenburg vorbeigefahren bin, angehalten habe ich jedoch noch nie.

Schloss Johannisberg

Wir kommen aus dem Parkhaus am Schloss direkt auf einen wunderschönen Bauernmarkt, am liebsten würden wir hier sofort einkaufen. Ein paar Meter weiter im Schatten des Stadtschlosses warten die anderen am Weinprobierstand der fränkischen Winzer. Der frische Wein schmeckt gut und wir schmieden Pläne für den Vormittag

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Letztendlich teilen wir uns in 3 Gruppen: Shoppen, Mediamarkt und Stadtführung. Ich bin bei der Stadtführung dabei. Die Geschichte der Stadt hat es in sich. Wir erfahren, daß Aschaffenburg Teil des Mainzer Kurfürstentums war und über viele Jahrhunderte ein bedeutender Verwaltungssitz und häufiger Aufenthaltsort für Erzbischöfe und Kurfürsten. Unsere Route beginnt im Schloss und dann wandern wir durch die vielen kleine Straßen der Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten.

So sehen wir z.B. die Stiftsbasilika St. Peter und Alexander und die Jesuitenkirche. Auch gibt es auffällig viele Brauereien. Wir enden bei der interessanten Sonnenuhr am Opernplatz

Stiftsbasilika Peter und Alexander

Wir treffen uns alle wieder zu einem lecken Mittagessen in der Fromagerie Geiß. Das Geschäft ist auf Käse, Antipasti und Nüsse spezialisiert. Die Nussauswahl erinnert an Läden im Mittleren Osten. Wir lassen uns an einem der wenigen Tische nieder und beginnen gleich Nüsse zu knabbern. Die Speisekarte ist mit Quiche, Flammkuchen, leckeren Salaten und Antipasti/Käseplatten sehr abwechslungsreich. Dazu gibt es guten Frankensilvaner.

Am Nachmittag besuchen wir die Korkaustellung im Schloß Johannisberg. Sie steht unter dem Motto „Rom über die Alpen tragen“ und ist die weltweit größte Sammlung von Korkmodellen. Der ehemalige Konditormeister Carl May schuf diverse lebensechte Kork-Modelle von Bauwerken des klassischen Roms. Diese dienten ursprünglich der Tischdekoration bei den Festessen im Schloss. Es findet sich, z.B.  das Colloseum und der Rundtempel in Tivoli. Man findet die Kunstwerke umso beeindruckender, wenn man bedenkt, daß der Schöpfer niemals in Italien gewesen ist. Das Schloss Johannisberg ist eines der schönsten Renaissancebauten Deutschlands. Die Schlosskirche mit Altar ist sehr sehenswert. Die staatliche Gemäldegalerie mit Werken von Cranach, Kirchner und Schad ist zur Zeit leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Zum Abschluss geht es durch den malerischen Schlossgarten am Mainufer entlang zum Pompejanum.

Durch den Schlossgarten zum Pompejanum

Es handelt sich hier um den detailgetreuen Nachbau einer klassischen römischen Villa in Pompeji. In Auftrag gegeben wurde der Bau von König Ludwig I. und es sollte Bürgern, die nicht nach Italien reisen können ermöglichen, die alten römische Architektur live zu erleben. Entsprechend fühlt man sich bei Betreten der Villa direkt sofort ins alte römische Reich versetzt. So ein Haus könnte ich mir auch zum Wohnen vorstellen. Von hier gibt es einen tollen Blick zurück zum Schloss.

Blick ins Atrium des Pompejanums
Blick aus dem Pompejanum zum Schloss

Aschaffenburg ist definitiv eine Reise wert und schön shoppen kann man hier auch noch. Wir kommen wieder – auch um den bekannten Park Schönbusch zu besuchen, dafür hatten wir dieses Mal nicht genug Zeit.

Fromagerie Geiß (Laden und Bistro), Sandgasse 29, Aschaffenburg. Riesige Käseauswahl, Nüsse wie im Mittleren Osten. Einige wenige Bistrotische mit frischer leckerer Bistrokarte. Reservierung empfehlenswert.

Am Anfang und am Ende Buenos Aires und dazwischen ganz viel Patagonien – Die Route

Wie im letzten Blog versprochen, möchte ich heute unsere finale Reiseroute vorstellen, die wir mit dem Team von America Andina ausgearbeitet haben. Das Abenteuer Patagonien wird eingebettet in mehrere Tage Buenos Aires

Buenos Aires (Tag 1-2 und 18-20)

Die Einbettung unserer Reise in Buenos Aires gibt uns 5.5 Tage Buenos Aires. Das ist eine gute Zeit. Da wir in Buenos Aires bei Freunden übernachten, werden wir vor Ort entscheiden, was wir tun, aber ein paar Ideen haben wir natürlich schon: Hafenviertel La Boca, die Oper Teatro Colon, das Tigre Delta, das eine oder andere Kunstmuseum, etwas Tango, Evita Peron und vielleicht einen Tagesausflug nach Uruguay – mal sehen, was sich ergibt. Da wir ja auch am Heiligen Abend in B.A. sein werden, sind wir gespannt, ob und wie die Argentinier Weihnachten feiern. Da Argentinien überwiegend katholisch ist, stehen die Chancen gut.

Floralis Generica, Buenos Aires

Ushuaia und Feuerland Nationalpark (Tag 3-5)

Am 3. Tag fliegen wir mit Aerolinas Argentinas nach Ushuaia – in die südlichste Stadt der Welt. Dort werden wir einen Tag mit Trekking  und Kanufahren im Feuerland Nationalpark verbringen. Am nächsten Tag haben wir noch den ganzen Tag Zeit, um uns Ushuaia anzuschauen bevor es am späten Nachmittag auf das Schiff Stella Australis geht.

Expeditionskreuzfahrt um das Kap Hoorn und durch den Beagle Kanal (Tag 5-9)

An der Bord der Stella Australis verbringen wir 4 Tage: es geht rund um Kap Hoorn und durch den Beagle Kanal bis nach Puntas Arenas. Jeden Tag sind 1-2 Expeditionslandgänge geplant. So stehen z.B. Kap Hoorn, der Kap Hoorn Nationalpark, die Wulaia Bucht, verschiedene Gletscher und die Insel Magdalena mit ihrer Kolonie von Magellanpinguinen auf dem Programm. Alles ist natürlich wetterabhängig aber wird mit Sicherheit ein unvergessliches Abenteuer.

Chile – Torres el Paine Nationalpark (Tag 9-11)

Angelangt auf der chilenischen Seite von Patagonien geht es von Puntas Arenas direkt zum Nationalpark Torres el Paine ins …….. Patagoniacamp – ja, unsere Highlight-Unterkunft hat nach einiger Aufregung tatsächlich geklappt!  Dort werden wir den Silvesterabend vor grandioser Kulisse feiern und dann 2 volle Wandertage zur Verfügung haben. Wir werden vor Ort die Wanderungen aussuchen aber haben schon ein paar Favoriten, z.B. wäre es schön, wenn wir eine Tageswanderung zu den Torres-Spitzen bzw. zum Grey Gletscher unternehmen könnten.

El Calafate – Perito Moreno – Nationpark Los Glaciares (Tag 12-14)

Am 12. Tag geht es mit dem Kleinbus mehrere Hundert Kilometer durch die patagonische Steppe zurück nach Argentinien, nach El Calafate. Der 13. Tag wird komplett dem berühmten Perito Moreno Gletscher gewidmet.  Durch eine vorgelagerte Halbinsel ist es über Besucherbrücken möglich, diesem Gletscher besonders nahe zu kommen und vielleicht auch einen Gletscherabbruch zu erleben. Eine Freundin war vor fast 20 Jahren dort und hat mich gebeten ein Foto mitzubringen, um es dann mit dem Foto von vor 20 Jahren zu vergleichen. Mit Sicherheit wird der Gletscher leider an Größe verloren haben. Am darauffolgenden Tag planen wir noch eine Katamaranfahrt entlang der Gletscherwände im Los Glaciares Nationalpark.

Wanderparadies El Chalten  – Cerro Torre – Fitzroy (Tag 15-17)

Endlich geht es zu unserem großen Highlight der Reise ins Wanderdörfchen El Chalten, der Ausgangsbasis für spektakuläre Wanderungen rund um den Traumberg Cerro Torre und den Fitzroy. Am ersten Tag werden wir noch Zeit für eine kurze Wanderung haben (Basisplan: Mirador de los Condores) und danach gibt es 2 volle Wandertage. Wir haben bereits folgende Wanderungen in die engere Wahl gezogen: Zur Laguna de los Tres und zur Loma del Pliegue Tumbado – mit Ausblicken auf den Cerro Torre und den Fitz Roy wenn es das Wetter zulässt.

Buenos Aires (Tag 18-20)

Nun geht es zurück nach El Calafate und von dort mit dem Flugzeug nach Buenos Aires, wo wir die letzten 2.5 Tage unserer Reise verbringen werden.

Buenos Aires, Rio de la Plata bei Nacht

Wir 4 sind schon sehr gespannt und freuen uns.

Blogfahrplan zur Reise

Im Vorfeld der Reise plane ich noch 2 Blogs im Dezember:

  • Reiseliteratur
  • Packliste

Dann werde ich live von der Tour berichten. Täglich, wenn es das Internet möglich macht. Damit Ihr immer informiert werdet, wenn ein neuer Blog online ist, meldet Euch einfach für den Newsletter an.

Grundsätzlich werde ich außerhalb von großen Reisen einmal pro Woche einen Blogbeitrag veröffentlichen. Ich werde entweder über kleinere aktuelle Touren oder über vergangene Reisen berichten. Schaut einfach rein.

Wie immer freue ich mich über Eure Fragen und Kommentare.

Noch 55 Tage bis Patagonien – Die Planung

Jetzt dauert es genau noch 55 Tage bis wir unsere Traumreise nach Patagonien antreten. Mit dem Gedanken spielen wir seit 3 Jahren. Bereits 2015 hatten wir eine Argentinien/Chile Reise von „For-Family Reisen“ in die engere Wahl gefasst.  Damals jedoch hat uns der sehr hohe Preis und die Notwendigkeit,  in den Weihnachtsferien fahren zu müssen (Sommer in Patagonien) zurückgeschreckt.  2016 nehmen wir das Thema wieder auf : mit Hilfe von „Erlebe-Argentinien“ schaue ich mir verschiedene Bausteine an uns stellte eine individuelle 3 wöchige Reise für uns mit folgenden Stationen zusammen: Buenos Aires – Ushuaia – El Calafate (mit dem berühmten Perito Moreno Gletscher) – Torres del Paine – Puntas Arenas  – Bariloche – Peninsula Valdes – Buenos Aires. Schon hier wird klar – das Land ist viel zu groß, um auch nur die wichtigsten Gebiete in 3 Wochen zu bereisen. Schlußendlich fahren wir dann im Sommer 2017 nach Vietnam. Doch bald nach unserer Rückkehr von Vietnam im September 2017 lässt uns das Thema Argentinien/ Patagonien keine Ruhe. Jetzt soll es Ernst werden: Wenn wir als 4er Familie (Eltern und Kinder) noch einmal gemeinsam nach Argentinien wollen, dann muß das in den Weihnachtsferien 2018/19 passieren. Das werden die letzten absehbaren Weihnachtsferien mit einer Dauer von 3 Wochen sein und danach steht dann auch für unsere große Tochter das Abitur an. Also mache ich dieses Thema als Reiseplanungschef der Familie zum richtigen Projekt. Nach der Recherche verschiedener Anbieter im Netz bleibe ich beim Veranstalter „America Andina“ hängen.  Dieser Südamerikaspezialist aus Münster hat sowohl Gruppenreisen als auch Individualreisen im Programm.  America Andina wird nun zu meinem Partner bei der Zusammenstellung einer individuellen Reise für uns als Familie. Zunächst versuche ich noch einmal, soviel wie möglich von Argentinien in 3 Wochen unterzubringen: Buenos Aires, Patagonien, die Weinanbaugebiete um Mendoza, die Wasserfälle von Iguazu, Bariloche, die Halbinsel Valdez…..Aber 3 Wochen reichen dafür einfach nicht aus. Wir mussten uns klar fokussieren. Da die Natur, das Abenteuer und das Wandern für uns im Vordergrund stehen, komme ich schliesslich zu folgendem Briefing:

  • 3-5 Tage in Buenos Aires (verteilt auf Anfang und Ende der Reise)
  • Feuerland Nationalpark
  • Eine Reise mit dem Expeditionsschiff rund um Kap Horn und durch den Beagle Kanal
  • Perito Moreno Gletscher
  • mehrere Wandertage rund um El Chalten mit genug Wanderzeit, um den Fitz Roy und den Traumberg Cerro Torre zu sehen

Das Team von America Andina vollbringt mit ihrem Vorschlag ein wahres Wunder, zusätzlich zu allen „Must Have“ Stationen, bauen sie auch noch 3 Tage Torres El Paine Nationalpark in Chile ein. Natürlich auch ein „Must Have“ aber das habe ich bei meiner Planung glatt übersehen.

Buenos Aires planen wir nicht im Detail, dort wollen wir Freunde besuchen und dann dort gemeinsam Pläne schmieden. An allen anderen Stationen sollten es sehr einfache Unterkünfte sein, da die Preise in Patagonien, vor allem zur Hauptsaison einfach extrem hoch sind.  Nachdem allerdings der Name Torres El Paine gefallen war, lese ich genau in dieser Woche in einer Zeitschrift eine Bericht über das „Patagonia Camp“ – ein sehr schönen Eco-Camp aus Jurten mit Himmelsblick und Blick auf die Seen und Berge im Nationalpark – natürlich nicht ganz billig. Da wir genau über Silvester in Torres El Paine sein werden, wäre das unser besonderes Highlight zu diesem Fest. Auf Nachfrage sind das Patagonia Camp und auch jede andere Unterkunft im Torres El Paine komplett ausgebucht. Was sind die Alternativen? Müssen wir unsere Reiseroute noch einmal umstellen?

Mehr darüber und die finale Route im nächsten Blog.

Reiseveranstalter:

America Andina:  www.america-andina.de

Erlebe Argentinien: www.erlebe-argentinien.de

For Family Reisen: www. familien-reisen.com

 

 

 

Die Lahn von oben – bergauf, bergab zwischen Balduinstein und Oberndorf

25 Grad Mitte Oktober – da muß man einfach an die frische Luft. Zur Vorbereitung auf unseren Wanderurlaub in Patagonien wählen wir eine Tageswanderung an der Lahn. Wir haben die Lahngegend schon mit Auto, Kanu und Fahrrad bereist aber noch nicht zu Fuss. Bei unserer Radtour vor 2 Jahren haben wir die große Bergetappe zwischen Balduinstein und Oberndorf ausgelassen. Das holen wir nun zu Fuß nach.

Burgruine in Balduinstein

Balduinstein ist ein sehr malerisches Örtchen, am liebsten würden wir dort gleich bleiben. Durch den Ort geht es vorbei an der alten Ruine direkt steil bergauf zur Schaumburg. Das etwas düstere Schloß im Tudorstil wird gerade renoviert. Das Tor steht weit offen und so wagen wir einen Blick in den Innenhof, der die gigantischen Ausmaße des Schlosses erahnen läßt. Noch ein kurzer Blick von der Schloßmauer ins Tal, weiter kommen wir nicht. Der Bauleiter hat uns entdeckt und komplementiert uns sofort hinaus. In einem Jahr soll alles fertig sein.

Tudorschloß Schaumburg
Innenhof Schaumburg

Über eine steile Treppe geht es wieder hinab und das wird auch das Motto dieser Wanderung: steil bergauf – steil bergab – gerade Strecken gibt es praktisch nicht, so dass diese Wanderung auch das Fitnessstudio an diesem Tag ersetzen kann.

Über Felder geht es weiter – bergauf – zum Highlight Naturdenkmal Gabelstein. Ein kleiner Pavillon auf einem steil herabfallenden Devonfelsen lädt zum Picknick ein. Der Ausblick auf die Lahnschleife nach recht uns links ist spektakulär.  Unter uns die Eisenbahnstrecke mit Tunneleinfahrt.

Blick vom Gabelstein auf die Lahnschleife

Lange können wir uns nicht vom Anblick lösen. Danach geht es flott wieder weiter durch das sogannte Höllenloch, einen etwas düsteren Wald und durch das Örtchen Steinberg. Hier spüren wir die Macht der Mittagssonne auf den Feldwegen – und wir fühlen uns wie im Hochsommer. Der nun folgende Abstieg durch den Wald ins Ruppachtal ist steil und geröllig, wir müssen also auf jeden Schritt achten – ein gutes Training für Patagonien. Gerade unten angelangt geht es extrem steil auf der anderen Seite wieder bergauf, zwischendurch immer ein versteckter Blick auf die Lahn.  Weiter eine Weile entlang der Bahnschienen (obwohl hier nur 1 mal stündlich ein Zug vorbeikommt) mit netten Aussichten auf die kleinen Lahndörfer. Im Wald fallen die Kastanien und Eicheln und es grenzt an ein Wunder, dass uns währen der gesamten Wanderung nicht eine einzige davon auf den Kopf gefallen ist.

Herbststimmung an der Lahn

Über einen verwunschenen Pfad gelangen wir zur Häuserhofquelle, auch „Nonnenpiss“ genannt -eine Quelle, die auch von ehemaligen Nonnenkloster Brunnenburg genutzt wurde. Beim anschließenden steilen Aufstieg (ca. 45 Minuten) zur Klosterruine wird mir klar, warum dieses Kloster zu schnell aufgegeben wurde – alles benötigte Wasser mußte mühsam von der Quelle bergauf zum Kloster transportiert werden. Wir fanden den Aufstieg schon ohne Gepäck anstrengend genug, zumal wir oft eher über umgestürzte Bäume kletterten, als wanderten.

Aufstieg zur Brunnenburg

Das Kloster ist kaum zu erkennen, nur noch wenige verfallene Mauern, dafür ein wunderschöner Blick ins Tal.

Nun kommt die letzte Etappe nach Oberndorf. Die hier vom Wanderführer angekündigten 45 Minuten erweisen sich trotz sehr schnellen Wanderschrittes als 1.5 Stunden. Fast ist es schon dunkel, als Kloster Arnstein am Horizont auftaucht.

Kloster Arnstein erscheint am Horizont

Wir wandern durch Oberndorf zum Bahnhof. Überraschend, dass es hier Weinanbau und Weingüter gibt.

Weinhänge in Oberndorf

Noch ein Blick auf die Lahn von der Brücke, Mit dem Zug geht es zurück nach Balduinstein, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Einen tolle, erstaunlich einsame Wanderung (wenig Menschen auf der Strecke), die mit ihren vielen Bergetappen definitiv den Tagessport ersetzt. In Balduinstein kehren wir bestimmt noch einmal in einer der niedlichen Kneipen ein.

Wanderung, ca. 6 Stunden, 20 km, sehr bergig, einsame Pfade aber ein wunderschönes Naturschauspiel mit tollen Blicken von oben auf die Lahn. Einkehrmöglichkeiten nur am Ausgangs- und Endpunkt, daher Picknick mitnehmen.

Wanderung Nr. 9 „Naturdenkmal Gabelstein“ aus Rother Wanderführer „Taunus“ von Ulrich Tubbesing, Bergverlag Rother, 2010. Gute Markierung durchgängig mit dem „L“

Lutherstadt Wittenberg – Geballte Geschichte auf engstem Raum mit einem Schuss Ostalgie

Ein Kurztrip in die Lutherstadt Wittenberg – genau das richtige,  1 Jahr nach dem Reformationsjubiläum – alles ist neu aber VIEL weniger Menschen. So machen wir uns mit den Kindern von Brandenburg auf – es ist nur eine Stunde Fahrt.

Wittenberg kommt beschaulich daher, wirkt zunächst wie ein Dorf, dann hat es die kleine Innenstadt aber gewaltig in sich. Ich habe noch niemals vorher Mittelalter und Reformationsgeschichte so verdichtet auf engstem Raum gesehen.

Wir beginnen mit einem Besuch der Schlosskirche. Hier finden wir die berühmte „Thesentür“ auf der Luther im Jahre 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben soll. Ob er dies allerdings innerhalb einer Nacht komplett selbst gemacht hat, sei angesichts der schieren Menge dahingestellt. Die Original-Holztür verbrannte bei einem Kirchenbrand und wurde durch eine originalgetreue Bronzereplica ersetzt.

Die berühmte Thesentür von Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg
Schlosskirche Wittenberg

Das Innere der Kirche ist sehr schön und hell – Highlights die Gräber von Martin Luther (rechts vom Altar) und Melanchthon (links).

Zum Mittagessen suchen wir uns bewußt ein urige „Ost“-Kneipe und werden mit der ganzen Ladung Ostalgie belohnt. Es gibt traditionelle Soljanka und Bauernfrühstück und ich werde zum ersten Mal in meinem Leben mit „Mutti“ angeredet – dem nur in der DDR üblichen Wort für Mama.

Urige Kneipe bei der Schlosskirche
Traditionelle Soljanka

Da wir nur wenige Stunden haben, schließen wir uns einer 90-minütigen Stadtführung an und kommen in den Genuss einer begeisterten, unterhaltsamen und sehr wissensreichen Stadtführerin.

Nach einer kurzen Einführung im Schatten der Überreste des Stadtschlosses  machen wir zunächst im Cranach-Hof halt. Beindruckend hier zu erleben, dass der Künstler auch ein sehr guter Kaufmann war und zu einem der reichsten Großgrundbesitzer der Stadt gehörte.

Cranach-Hof

Danach geht es zur ehemalige Universität (zur damaligen Zeit weltweit berühmt, heute im Verbund mit Halle nur noch Theologie) der Leucorea (Name kommt von griech. leucos oros = weißer Berg = Wittenberg). Hier lehrten sowohl Luther (als Prof. für Bibelauslegung) und Philipp Melanchthon, Studenten waren z.B. Giordano Bruno. Weiter zum Melanchthon-Haus.

Melanchtonhaus

Von hier beschließen wir dann die Tour am ehemaligen Lutherwohnsitz, heute eine Museum und Hotel.

Lutherhaus und Museum

Anschließend geht es zum Panorama Wittenberg 1517 – hier läßt der Künstler Asisi das Genre des Historienpanoramas (z.B. Borodino) digital neu erstehen. Beeindruckt erleben wir einen Tag im Wittenberg von 1517. Die damalige Zeit ersteht wahrhaftig in uns auf.

Panorama 1517

Mit einem Blich in die Stadtkirche in der Luther regelmäßig predigte und den berühmten Cranach-Altären verabschieden wir uns wieder von der Stadt.

Stadtkirche

Wiederkommen lohnt sich;  z.B. haben wir es nicht geschafft, ins Haus der Geschichte zu gehen, dort wird auf 3 Etagen das Leben der DDR in den 70er Jahren lebendig gemacht.

Haus der Geschichte

„Zur Schloßmühle und die kleinste Kantine der Stadt“ – in der Nähe der Schlosskirche: bodenständige, einfache Mittagsgerichte mit ostalgischem Flair; herzliche Bedienung; netter Innenhof.

25 Stunden Köln mit Teenager

Meine 16 jährige Tochter war noch nie in Köln und so beschlossen wir, in den Herbstferien einen Kurztrip dorthin zu unternehmen. Wichtig war uns, eine Übernachtung einzuplanen, um Köln auch bei Nacht erleben zu können. Von Frankfurt ist man im Zug schnell in Köln, inklusive einer romantischen Fahrt durch das Rheintal.

Um 20 Uhr in Köln angekommen erwartet uns beim Verlassen des Hauptbahnhofs die spektakuläre Kulisse des Doms.

Unser Hotel liegt im Rheinauhafen, ca. 25 Minuten zu Fuss. Wir hätten direkt am Rhein durchlaufen können, das Navi führt uns jedoch über den Heumarkt, auch nicht schlecht, weil wir da gleich unser Restaurant für den Abend suchen können.

Wir trinken zunächst ein Kölsch in der Brauerei Pfaffen. Danach gibt es leckere gefüllte Nudeln im La Tagliatelle (eigentlich sehr touristisch, aber es war spät, nicht so voll und sehr gute Pasta).

Am nächsten Morgen geht es zunächst zum Imhoff Schokoladenmuseum, das liegt ja praktisch vor der Hoteltür, da stört es auch nicht, wenn es gerade in Strömen regnet. Gut, dass wir nicht gefrühstückt haben, denn hier gibt es genug Schokolade zum probieren.  Das Museum ist empfehlenswert. Wir verbringen hier den ganzen vormittag. Wir erfahren viel Wissenwertes zur Kakaopflanze und Kakaoproduktion – wer weiß schon, dass über 60% der weltweiten Kakaoernte aus Ghana und der Elfenbeinküste kommen. Es gibt ein Tropenhaus mit Kakaopflanzen. Am spannendsten ist die kleine Fertigungstraße in der man den Weg von der Kakaobohne, über das Mischen der Schokolade bis hin zum verpackten Täfelchen verfolgen kann- direkte Qualitätskontrolle eines Stückchens frischproduzierter Schokolade inklusive. Am riesigen Schokobrunnen gibt es noch Waffeln mit frischer Schokolade. Weiter geht es zur Kultur der Inkas und Azteken und der Kakaokultur in Europa. Zum Schluß noch eine sehr interessante Ausstellung zur Markenwelt Schokolade und zum Kolonialwarengeschäft. Wer dann noch Hunger hat, kommt im Museumseigenen Kaffee „chocolat“ auf seine Kosten: heiße Schokolade, Schokofondue, Schokotorten, usw.  Das haben wir allerdings ausgelassen.

Danach geht es bei strömendem Regen in die Schildergasse (ca. 10 Minuten vom Schokoladenmuseum) – die Shoppingmeile schlechthin und damit ein Paradies für Teenager. Zwischen all den Konsumtempeln versteckt sich in der Mitte der Straße die kleine schlichte Antoniterkirche. Reinschauen lohnt sich. Jetzt geht es endlich zum Dom, ca. 15 Minuten Fußweg. Wir betrachten erst den beeindruckenden Innenraum und wagen dann den Aufstieg auf den Turm. Dort werden wir mit einer spektakulären Aussicht auf die Stadt belohnt, der Regen hat dafür pünktlich aufgehört

       

Nach einer Stippvisite bei Hermes und Louis Vuitton am Dom mit der Devise „Schauen, nicht Kaufen“ lassen wir uns in einem kleinen italienischen Feinkostgeschäft für eine Mittagsmahlzeit nieder und werden mit hervorragenden Tagliatelle mit Lammragout und Ziegenkäse verwöhnt.

Für 17 Uhr haben wir eine Führung im Farina Duftmuseum reserviert. Auf dem Weg dahin schauen wir noch kurz im alten Rathaus vorbei – nicht so spannend – und dann gibt es plötzlich noch ein Highlight:  auf der anderen Strassenseite sehen wir eine kleine Menschenansammlung von Leuten im Rapperstil. Meine Tochter ist plötzlich ganz außer sich: anscheinend sehen wir gerade einen sehr berühmten Rapper (mir sagt der Name leider nichts) und ihr gelingt noch ein kurzes Video, bevor die Celebrity um die nächste Straßenecke entschwindet. Jetzt geht es zur Duftführung ins Farinahaus. Wir erfahren, dass nicht die Leute von 4711,  sondern der Italiener Farina der eigentliche Erfinder des Eau de Cologne war, lernen einiges über die damaligen Parfümkunden, die Duftherstellung, das Thema Markenrecht und dürfen an verschiedenen Essenzen riechen und sie erraten. Zwischendurch neutralisiert ein kurzes Riechen an Kaffee immer wieder unsere Duftnerven.

Vor dem Abholen unserer Koffer im Hotel schlendern wir noch kurz durch den Rheinauhafen mit den architektonisch beindruckenden L-Häusern.

Am Rheinufer geht es zurück an Menschenschlangen vor den Partybooten, die Silhouette am gegenüberliegenden Ufer leuchtet im Abendlicht und der Dom zeigt sich noch einmal von seiner schönen Seite.

Fazit: Köln ist immer eine Reise wert, es gibt bei jedem Besuch wieder etwas neues zu entdecken und auch für Teenager bringt die Stadt viel Spaß.

Hotel: art’otel cologne am Rheinauhafen, modernes großzügiges Hotel direkt am Rheinauhafen, 2 min vom Schokoladenmuseum, 10 Minuten vom Heumarkt und 20-25 Minuten vom Dom/Hauptbahnhof

Brauhaus Pfaffen am Heumarkt: gutes Kölsch, sehr netter Service

Restaurant „La Tagliatella“ am Heumarkt 52: sehr großes, touristisches Restaurant aber schönes Interieur (hinten), sehr gute gefüllte Nudeln mit individueller Wahl der Pasta-Sauce Kombination und Essensbestellung bis ca. 23 Uhr möglich

Ristorante Collinas am Dom: Feinkost und Mahlzeit, von der Tageskarte wählen (nicht von der Papierspeisekarte, die man zunächst bekommt). Wir hatten tolle Pasta (Tagliatelle mit Lammragout und Ziegenkäse) und gute Burrata mit Parmaschinken. Gute offene Weine (z.B. Lugana)

 

 

Sonnenwanderung zum Möttauer Weiher im Taunus

 

Wir wandern gerne.  Hier in der Nähe nutzen wir gerne die Wandervorschläge des Rother Wanderführers „Taunus“ von Ulrich Tubbesing. Heute, an diesem herrlich Herbstsonnentag wählen wir die 3 Stunden Wanderung „Zum Möttauer Weiher“ im Solmser Land in der Nähe von Weilmünster und Braunfels.

Zunächst geht es vom Wanderparkplatz „Möttauer Weiher“ direkt sehr malerisch am Wasser entlang. Bis auf einen Angler sind wir komplett allein. Danach länger auf der Straße und durch eine Streuobstwiese bergauf bis zur Aussicht „Guck ins Loch“ – eine tolle Aussicht über das Solmser Land, bis hin zum Feldberg und auf auf einen Steinbruch.

Danach bergab ins 1100 Jahre alte Altenkirchen. Sehenswert hier die alten Kirche, ein klassizistischer Saalbau auf den man durch eine kleine malerische Kastanienallee zugeht. Leider ist die Kirche verschlossen aber ein Blick durch die hohen Rundbogenfenster läßt den schönen Saal erahnen.

Nun geht es eine längere Strecke durch den Wald, wir kreuzen die alte Fernhandelsroute Hessenstraße (L3054) und landen schließlich wieder im Möttauer Grund. Dort kommen wir nach kurzem Picknick auf einer Sonnenwiese am Bach wieder zum Parkplatz zurück.

Wanderung, ca. 3.5h Stunden, 14 km, Wanderung Nr. 4 „Zum Möttauer Weiher“ aus Rother Wanderführer „Taunus“ von Ulrich Tubbesing, Bergverlag Rother, 2010. Bis Altenkirchen der Wegbeschreibung und Karte folgen. Ab Altenkirchen hilft Markierung „dicker schwarzer Pfeil“. 

Über mich

 

Hallo Ihr Lieben,

ich bin Neli und die Welt entdecken, ob hier in Deutschland oder ganz fern, ist mein Hobby. Am liebsten reise ich mit meinem Mann und meinen 2 Kindern aber auch mit Freunden bin ich gerne unterwegs.  Bei jeder Reise oder jedem Erlebnis such ich auch nach dem Besonderen, den Dingen, die nicht sofort sichtbar auf der Straße liegen.

Ich möchte meine Erlebnisse gerne festhalten und damit auch andere zum Reisen inspirieren, sowohl weltweit aber auch in Deutschland für Tages-  oder Wochenendreisen.

Erfahrungen mit Reiseanbietern, Unterkünften und Restaurants werde ich auch mit Euch teilen.

Ich freue mich, wenn Ihr bei mir reinschaut und auch gerne Erfahrungen von Euren Reiseerlebnissen teilt.

Eure Neli

Hallo an alle Reisefans

Reisen heißt Entdecken. Und ich entdecke gerne – in der ganzen Welt und auch ganz nah in Deutschland. Noch 80 Tage und dann ist es soweit: unsere Traumreise nach Patagonien startet. Wir haben diese Reise als Familie vor einem Jahr zusammengestellt und geplant. Ich möchte die Reise zum Anlass nehmen, um die Eindrücke meiner vielen Reisen und Kurztrips in einem Blog festzuhalten. Damit der Blog rechtzeitig steht und läuft, werde ich nun schon mit den ersten Übungen beginnen und über bereits vergangene Erlebnisse schreiben. Ich freue mich, wenn Ihr mitlest und auch Eure Kommentare abgebt.